Tomatenpflanzen mit Heu mulchen

Mulchen – die Natur mag keinen nackten Boden

Natürlicherweise ist Boden in unseren Breiten immer bedeckt. Entweder mit Gras, Wildkräutern, Büschen oder Wald. Nackter Boden wird automatisch auf natürliche Weise schnell wieder besiedelt. Zuerst wachsen Pionierpflanzen wie Wildkräuter, dann kleinere Gehölze, später Wald. Und wie sieht es in unseren Gärten aus? Auf unbedecktem Boden zwischen unseren Kulturpflanzen sprießen alsbald die verschiedensten Wild- und Beikräuter – Unkraut. Diese konkurrieren mit unseren Kulturpflanzen um Licht und Nährstoffe. Die allseits bekannte Methode schlägt nun vor: Unkraut entfernen, hacken, jäten – für viele Gärtner eine ungeliebte Arbeit. Eine Arbeit, die man sich weitestgehend sparen kann. Die Lösung hier heißt: Mit der Natur arbeiten – Tomatenpflanzen mulchen!

Was genau ist Mulchen? Mulchen ist das flächige Bedecken des Bodens mit unverrotteten organischen Materialien.

Womit wird gemulcht? Als Mulchmaterial eignet sich alles organische Material, was am einfachsten und schnell verfügbar ist: Heu, Rasenschnitt, Schafwolle, Brennnesselkraut oder zerkleinerte Gartenabfälle.

Schafwolle als Mulch

Tomatenpflanze mit Schafwolle gemulcht, die Zwischenräume wurden mit Ringelblumen als Gründüngung angesät

Mulchen – erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig

Mulchen ist ein zentrales Element der Permakultur. Einer der Grundsätze heißt: Nicht gegen die Natur gärtnern, sondern mit der Natur arbeiten. Denn das Abdecken des Bodens mit organischen Material hat viele Vorteile für den Boden und den Gärtner! Mulchen erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Unterdrückung von Unkraut (eigentlich Wildkräuter ;))
  • hält die Feuchtigkeit im Boden
  • fördert das Bodenleben
  • fungiert als Dünger
  • verhindert die Verschlämmung des Bodens

Mulchen unterdrückt also nicht nur den Wildaufwuchs, sondern hat eine große Bedeutung für die Bodenverbesserung. Außerdem hilft Mulchen dem Gärtner, Arbeit und Ressourcen zu sparen.

Tomaten mulchen verhindert die Austrocknung des Bodens

Tomatenpflanzen mit einer dicken Mulchschicht aus Heu

1. Mulchen – Unkraut jäten adé!

Tomatenpflanzen werden tief gepflanzt. Danach wird die Erde zwischen den Tomatenpflanzen bedeckt. Hat man sich z.B. für Heu als Mulchmaterial entschieden, wird es auf dem Beet verteilt, 20 cm hoch. Was jetzt erst einmal nach viel Arbeit klingt, zahlt sich in der kommenden Saison aus. Kaum ein Wildkraut schafft es durch die dicke Mulchschicht. Die Tomatenpflanze hat genug Platz, Licht und Nährstoffe, um sich voll zu entwickeln. Sollte sich doch einmal ein vorwitziges Beikraut durch den Mulch mogeln, ist es schnell herausgezogen und dient gleichzeitig wieder als Mulch.

Verwendet man Rasenschnitt, sollte die Mulchschicht nicht mehr als 3 – 4 cm betragen, um Fäulnis zu verhindern. Noch besser ist es, den Rasenschnitt vor dem Auftagen auf das Beet etwas antrocknen zu lassen. Alle 2 – 3 Wochen muss nachgemulcht werden. Auch das flächendeckende Mulchen mit Schafwolle (unbehandelte Rohwolle) unterdrückt den Wildaufwuchs mit Erfolg. Ungeliebtes Unkraut jäten gehört der Vergangenheit an.

2. Mulchen – erspart (fast) das Gießen

Die dicke Mulchdecke verhindert die Verdunstung des kostbaren Wassers und somit die Verkrustung des Bodens. Die Feuchtigkeit wird im Boden zurück gehalten. Je nach Witterung, Bodenart und Kulturpflanze kann das Gießen stark reduziert werden. Gerade in den letzten trockenen und heißen Sommern ist das Mulchen zum Muss geworden.

3. Mulchen – die Natur übernimmt die Arbeit

Der Mulch liefert organisches Material. Sind auch genug Sauerstoff und Feuchtigkeit vorhanden, ergeben sich ideale Bedingungen für eine Vielzahl von Mikroorganismen im Boden. Bakterien und Pilze zerlegen das organische Material nach und nach in ihre Bestandteile, die wiederum als Nährstoffe für unsere Tomatenpflanzen dienen. Diese Bedingungen sind ebenfalls optimal für des Gärtners beste Mitarbeiter: Regenwürmer und Kompostwürmer. Sie lockern, durchlüften und durchmischen den Boden, indem sie ihre Gänge graben. Außerdem hinterlassen sie uns etwas sehr Kostbares: Wurmhumus! Wurmhumus ist reich an Nährstoffen, Mineralien und verschiedenen Mikroorganismen – der perfekte Dünger für unsere Tomatenpflanzen!

4. Mulchen – gegen Verschlämmung des Bodens

In trockenen Perioden wirkt das Mulchen der Austrocknung des Bodens entgegen. Aber was passiert bei Regen? Unbedeckte, insbesondere schwere Lehmböden, können nach Regenperioden verschlämmen. Bodenporen werden verschlossen und infolgedessen wird die Wasseraufnahme des Bodens vermindert. Nach Abtrocknung kommt es zur nicht erwünschten Krustenbildung. Fällt der Regen hingegen auf z.B. Heu, wird das Regenwasser „sanft“ zum Boden abgeleitet und die Verschlämmung des Bodens wird verhindert.

Tomaten mulchen - gut für Boden und Gärtner

die ganze Gartensaison ist der Boden mit einer Mulchschicht bedeckt – gut für Pflanze, Boden und Gärtner

Fazit: Mulchen – Gewinn für Boden und Gärtner

Mulchen hat viele Vorteile! Einerseits hält Mulch auch bei Trockenheit die Feuchtigkeit im Boden. Andererseits verhindert er bei Regen die Verschlämmung des Bodens. Vor allem aber fördert Mulchen das Bodenleben und den Humusaufbau. Wobei die Natur selbst die Arbeit übernimmt. Durch das Mulchen bleibt der Boden feucht. Daraufhin werden die Mikroorganismen im Boden aktiviert und zersetzen den Mulch. Regenwürmer werden angelockt, lockern den Boden auf und scheiden Wurmhumus aus, welcher wiederum als guter Dünger für die Tomatenpflanzen dient. Der Boden wird verbessert.

Folgt der Gärtner dem Motto: Tomatenpflanzen mulchen – mit der Natur arbeiten, spart er sich Arbeit und Ressourcen. Denn Unkraut jäten, Nachdüngen, Hacken und Umgraben entfallen. Das Gießen wird reduziert. Natürlich, am Anfang muss Mulch besorgt und ausgebracht werden. Ganz ohne Arbeit wird es nicht gehen, aber im späteren Verlauf der Gartensaison hat der Gärtner weniger Arbeit und kann sich ganz auf das Ernten seiner Tomatenfrüchte konzentrieren!

 

0