Wildtomaten – unkomplizierte Überlebenskünstler

Sie sind widerstandsfähig, tolerieren Hitze und Trockenheit, benötigen kaum Pflege und belohnen uns dennoch mit unzähligen kleinen köstlichen Früchten.

Woher kommen die “Wilden Tomaten”?

Die Wildtomaten sind die Urahnen unserer heutigen vielfältigen Tomatensorten und stammen aus der Andenregion im westlichen Südamerika. Dabei werden über zehn Wildartenformen unterschieden. Die meisten Wildarten haben kleine, grüne und zum Teil behaarte Früchte, so z. B. Solanum chmielewskii, Solanum penellii oder Solanum peruvianum. Besonders ist jedoch die Wildform von den Galapagosinseln, Solanum galapagenese. Sie bringt gelb orangene Früchte hervor. Die wahrscheinlich wichtigste Rolle im Stammbaum unserer heutigen Kulturtomaten nimmt jedoch die Wildform Solanum pimpinellifolium ein. Sie ist die einzige Wildform mit roten Früchten. Aus dieser Wildform wurden schon sehr früh Pflanzen mit etwas größeren Früchten selektiert und weiter kultiviert. Sie gilt als Vorläufer unserer heutigen Kulturtomaten. Heute gibt es jede Menge wildwachsender Tomaten in tropischen bis subtropischen Gebieten, die durch Verkreuzungen mit nahen Verwandten oder auch Kulturformen und Wildarten entstanden sind.

Warum sind die “Wilden” so interessant?

Wildtomaten sind wahre Überlebenskünstler und sind hart im Nehmen. Sie wachsen in wüstenähnlichem Klima auf Meereshöhe bis in die niederschlagsreichen Gebiete des Andenhochlandes, bis auf 3300 über den Meeresspiegel. Durch diese verschiedenen ökologischen und klimatischen Bedingungen konnte sich eine große genetische Vielfalt innerhalb einer Tomatenart entwickeln. Zum Beispiel konnten sich in isolierten Tälern Populationen an das dort vorherrschende Mikroklima und den lokalen Bodenverhältnissen anpassen. Durch natürliche Selektion erlangten die Wildtomaten Robustheit und Widerstandfähigkeit gegenüber extremen klimatischen Bedingungen und gegenüber Pilzen und Schädlingen. Und dies macht sie so interessant, nicht nur für uns Individualgärtner!

Robust und vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Die Wildtomaten wachsen buschig und verzweigen sich stark, das Ausgeizen ist nicht nötig. Wildtomaten kann man vielfältig einsetzen. Normalerweise wachsen die Wilden auf dem Boden entlang. Bei Kübelbepflanzung kann man die Wilde „bändigen“, indem man der Pflanze eine Rankhilfe anbietet oder die Pflanze einfach überhängend wachsen lässt. Wenn sie einmal zu üppig wachsen sollte, können Triebe einfach gestutzt werden. Die Pflanze wird immer wieder neu austreiben.

Im Freiland braucht sie dann schon etwas mehr Platz. 1 – 1,5 qm sollte man ihr schon bieten. Auch hier kann man die Triebe mit Stäben in die Höhe leiten.

Auch als einjährigen Sichtschutz kann man die Wilden nutzen. Selbst in ungünstigen Lagen, z. B. an einer Nordhauswand habe ich die wilde Johannisbeertomate 3 m in die Höhe „klettern“ sehen.

Als Blumen-Ampel macht sich die Wildtomate ebenfalls wunderbar, dann bleibt die Pflanze natürlich kleiner und passt sich dem Nährstoffbedarf im Topf an.

Üppiger Fruchtbehang

Egal wie sie die Wildtomaten einsetzen, sie werden mit einer unzähligen Menge an kleinen Tomätchen belohnt. Die Wildtomate Rote Johannisbeere ist ideal als Naschtomate, von Juli bis September/Oktober können täglich die Früchte gepflückt werden und wird überrascht von deren intensiv süß würzigen Aroma. Als ausgefallene Dekoration von Vorspeisen, Salaten o.ä. sind die kleinen Tomätchen ein Hingucker.

Für kluge Gärtner

Eine Wildtomatenpflanze gehört in jeden Garten. Ob im Kübel, Hochbeet oder ins Freiland gepflanzt, sie ist unkompliziert, anspruchslos und widerstandsfähig. Das Einzige, was der kluge Gärtner tun muss: ein wenig Gießen in der Anwachsphase, bei Kübel- und Ampelpflanzung immer mal wieder gießen, aber nicht zu viel. Ansonsten – nicht ausgeizen, nicht düngen – nur immer wieder naschen!

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